Deutscher Finanzminister plant 15 Jahre Datenaufbewahrung!
Emanuel Böminghaus, Legacy System Experte, Geschäftsführer AvenDATA
Emanuel Böminghaus
Legacy System Experte
Geschäftsführer AvenDATA
Geschäftsführer AvenDATA
Die deutsche Bundesregierung plant im Rahmen eines Aktionsplans gegen Steuerbetrug eine deutliche Verlängerung der steuerlichen Aufbewahrungspflichten. Nach den aktuellen Plänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sollen Buchungsbelege künftig 15 Jahre aufbewahrt werden. Ziel ist es, den deutschen Finanzbehörden längere Prüfungszeiträume einzuräumen und die Bekämpfung von Steuerhinterziehung sowie Finanzkriminalität zu stärken. Der Gesetzgebungsprozess ist noch nicht abgeschlossen, dennoch sollten Unternehmen, insbesondere international tätige Konzerne mit Geschäftsaktivitäten in Deutschland, die möglichen Auswirkungen bereits heute in ihre Planungen einbeziehen.
Archivierungsstrategien sollten überprüft werden
Sollte die geplante Regelung in Kraft treten, müssten steuerlich relevante Daten deutlich länger revisionssicher vorgehalten werden. Unternehmen sollten daher prüfen, ob ihre bestehenden Archivierungs- und Löschkonzepte auch längere Aufbewahrungsfristen abbilden können. Insbesondere bei Daten aus Finanzbuchhaltung, Einkauf, Vertrieb oder Personalwesen ist sicherzustellen, dass diese über den gesamten gesetzlichen Zeitraum vollständig, unveränderbar und jederzeit verfügbar bleiben.
Systemmigration beendet keine Aufbewahrungspflichten
Viele Unternehmen haben ihre ERP- oder Fachanwendungen bereits modernisiert oder planen derzeit die Migration auf neue Plattformen wie SAP S/4HANA, Oracle Cloud oder Microsoft Dynamics 365. Mit der Ablösung eines Altsystems enden die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten jedoch nicht. Historische Daten müssen auch nach der Migration für Betriebsprüfungen, Wirtschaftsprüfer oder interne Recherchen verfügbar bleiben. Eine Verlängerung der Aufbewahrungsfristen würde diesen Zeitraum entsprechend ausdehnen und die langfristige Verfügbarkeit von Daten aus Legacy-Systemen weiter an Bedeutung gewinnen lassen.
Jetzt die Auswirkungen auf Legacy-Systeme bewerten
Unabhängig davon, wann die geplanten Änderungen in Deutschland verabschiedet werden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigene Archivierungsstrategie zu überprüfen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass aufbewahrungspflichtige Daten auch nach der Stilllegung eines Legacy-Systems revisionssicher archiviert sind und jederzeit bereitgestellt werden können. So lassen sich zukünftige gesetzliche Anforderungen erfüllen, ohne veraltete Anwendungen allein aufgrund von Aufbewahrungspflichten weiter betreiben zu müssen.
Sie möchten wissen, welche Auswirkungen die geplanten Änderungen auf Ihre bestehende Systemlandschaft haben? Unsere Experten unterstützen Sie dabei, Ihre Archivierungsstrategie zu überprüfen und zeigen Ihnen, wie sich Legacy-Systeme rechtssicher stilllegen lassen, während steuerlich relevante Daten langfristig verfügbar bleiben.
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